Bibelverse über Vertrauen auf Gott
Vertrauen heißt in der Bibel, sich auf jemanden zu verlassen, bevor man den Ausgang kennt. Die Psalmen nennen Gott dafür Burg, Fels und Zuversicht.
Luther übersetzt das Vertrauen meistens mit einem sehr handfesten Wort: sich verlassen. Wer sich auf etwas verlässt, legt sein Gewicht darauf, wie auf eine Brücke. Die Texte unten fragen deshalb weniger, wie stark Ihr Vertrauen ist, als worauf Sie sich gerade stützen — auf den eigenen Verstand (Sprüche 3:5), auf Menschen (Psalm 118:8) oder auf Gott. Viele stammen von Menschen in echter Gefahr: Psalm 91 ist ein Schutzpsalm, Jeremia 17 spricht von einem dürren Jahr. Vertrauen ist dort keine Stimmung, sondern eine Entscheidung, die man an einem bestimmten Tag trifft.
Wichtigste Verse
“Verlaß dich auf den HERRN von ganzem Herzen und verlaß dich nicht auf deinen Verstand; sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.”
Sprüche 3:5-6 · Luther 1912
“Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn; er wird's wohl machen und wird deine Gerechtigkeit hervorbringen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.”
Psalm 37:5-6 · Luther 1912
“Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt, der spricht zu dem HERRN: Meine Zuversicht und meine Burg, mein Gott, auf den ich hoffe.”
Psalm 91:1-2 · Luther 1912
“Gesegnet aber ist der Mann, der sich auf den HERRN verläßt und des Zuversicht der HERR ist. Der ist wie ein Baum, am Wasser gepflanzt und am Bach gewurzelt. Denn obgleich eine Hitze kommt, fürchtet er sich doch nicht, sondern seine Blätter bleiben grün, und sorgt nicht, wenn ein dürres Jahr kommt sondern er bringt ohne Aufhören Früchte.”
Jeremia 17:7-8 · Luther 1912
“Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht; denn Gott der HERR ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil.”
Jesaja 12:2 · Luther 1912
Weitere Verse
“Es ist gut, auf den HERRN zu vertrauen, und nicht sich verlassen auf Menschen.”
Psalm 118:8 · Luther 1912“Er ist mein Hort, meine Hilfe und mein Schutz, daß ich nicht fallen werde. Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre, der Fels meiner Stärke; meine Zuversicht ist auf Gott.”
Psalm 62:6-7 · Luther 1912“Ich habe den HERRN allezeit vor Augen; denn er ist mir zur Rechten, so werde ich fest bleiben.”
Psalm 16:8 · Luther 1912“Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. (Sela.)”
Psalm 46:2-3 · Luther 1912“Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.”
Hebräer 10:35 · Luther 1912
Fragen zum Vertrauen
Was bedeutet „Verlaß dich auf den HERRN von ganzem Herzen“?
Sprüche 3:5-6 stellt zwei Stützen nebeneinander: Gott und den eigenen Verstand. Der Vers verbietet nicht das Nachdenken, er sagt nur, worauf man am Ende sein Gewicht legt. Die Zusage folgt im zweiten Teil: Wer in allen Wegen an Gott denkt, den wird er recht führen.
Was ist mit „Befiehl dem HERRN deine Wege“ gemeint?
Psalm 37:5 meint wörtlich: Wälze deinen Weg auf den HERRN, wie man eine Last abwälzt. Paul Gerhardt hat aus den Anfangsworten des Verses sein bekanntes Lied „Befiehl du deine Wege“ gemacht. Der Psalm spricht in eine Lage, in der es den Rücksichtslosen besser zu gehen scheint, und rät zur Geduld.
Welcher Psalm hilft, Gott zu vertrauen?
Psalm 91 wird seit Jahrhunderten in Gefahr und Krankheit gebetet: „Meine Zuversicht und meine Burg“. Psalm 46 („Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge“) war Luthers Vorlage für „Ein feste Burg ist unser Gott“. Psalm 62 ist leiser und eignet sich für Tage, an denen man vor allem still werden muss.
Was tun, wenn das Vertrauen auf Gott fehlt?
Die Psalmen setzen voraus, dass Vertrauen schwankt; Hebräer 10:35 ermahnt, es nicht wegzuwerfen, gerade weil man es verlieren kann. Ehrlich zu beten, dass man gerade nicht vertrauen kann, ist selbst schon ein Anfang. Ein Vers am Tag, laut gelesen, trägt oft weiter als ein großer Vorsatz.